Bauen in Zeiten des Klimawandels
Rote Karte für Gebäude mit hohen CO2-Emissionen
Aktuellen Studien zufolge verursachen Gebäude während ihrer Bau- und Nutzungsphase fast 40% der weltweiten CO2-Emissionen. Aus diesem Grund kommt der Bau- und Immobilienwirtschaft beim Klimaschutz eine ganz entscheidende Rolle zu. Führende Organisationen und Umweltpolitik setzen neue Impulse.
In manchen Ländern emittieren Gebäude mehr klimaschädliche Treibhausgase als Industrieunternehmen oder Verkehr. Dieser Fakt stellt die Bau- und Immobilienwirtschaft vor neue Herausforderungen – und erste Erfolge sind sichtbar: Im Dezember 2009 haben sich die führenden Organisationen zum nachhaltigen Bauen auf eine einheitliche Messung der CO2-Emissionen von Gebäuden geeinigt. Mit dem Common Carbon Metric ist es nicht nur möglich, den enormen positiven Effekt nachhaltiger Gebäude auf die Umwelt darzustellen, sondern auch das wirtschaftliche Potential durch die Verminderung der CO2-Emissionen im Bauwesen sichtbar und international vergleichbar zu machen. Die Berechnungsmethode soll künftig in allen etablierten Rating-Tools, wie z.B. DGNB, BREEAM, LEED sowie Green Star, zur Messung der CO2-Emissionen angewandt werden.
Die Immobilienbranche handelt
Auch der Markt zwingt zu Anpassungsleistungen. Mit dem steten Anstieg der Energiepreise werden die Betriebskosten von Immobilien immer mehr zur „zweiten" Miete. In Zukunft werden Mieter und Käufer schon allein aus ökonomischen Gründen verstärkt Nachhaltigkeitsaspekte in Immobilien fordern, die die Nebenkosten senken. Schon jetzt haben Gebäude in Deutschland mit dem neuen Energiepass Ausweispflicht.
Ohne CO2-Reduktion geht also nichts mehr. Entsprechend hat in der Immobilienwirtschaft ein Paradigmenwechsel eingesetzt: Der Büro- und Nichtwohnimmobilienmarkt konzentriert sich auf die neue Herausforderung, Gebäude mit energiesparenden Lösungen auszustatten, die die Gesamtbetriebskosten niedrig halten und sich gleichzeitig positiv auf die CO2-Bilanz des Gebäudes auswirken.


