Energiesparen durch intelligente Vernetzung

BUS-Systeme und Energie-IT sind die wichtigsten „Stromwächter“

Mit steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden wird  das Thema Gebäudeautomation immer interessanter. Intelligente Gebäudesystemtechnik verspricht nachhaltige Energieeinsparungen mit schnellem Return on Invest – eine Tatsache, die bei Investoren und Betreibern allerdings noch wenig bekannt ist. Die neuen Energiemanagement-Systeme können Energiesparpotenziale erschließen, die durch Wärmedämmung und effizientere Anlagentechnik nicht mehr erreicht werden.

Vernetzte Gebäudesystemtechnik

Energieeffizienz und Kostenvermeidung sind die wichtigsten Ziele von standardisierten Installationsbus-Systemen wie KNX, LON oder BACnet. Oft in Mischinstallationen eingesetzt, steuern sie im Green Building Beleuchtung, Sonnenschutz, Raumheizung und Klimatisierung, häufig auch Anlagen wie Kessel, Kältemaschinen oder Lüftungsanlagen. Die dienstbaren „elektronischen Geister“ lassen sich in einer zentralen Kommando-Einheit programmieren, die Verknüpfungen werden über Gateways hergestellt. Intelligente Gebäude-Systemtechnik ist im Baukastensystem erweiterbar, neue Funktionen können beliebig integriert und auf wechselnde Raumstrukturen und Nutzerbedürfnisse umprogrammiert werden.

Energiespar-Anwendungen von BUS-Systemen

  • Heizung: Je nach Nutzung und individuellen Bedürfnissen regelt die Heizung die Temperatur für jeden Raum separat (Einzelraumregelung)
  • Jalousien: Jalousien und Rollläden werden helligkeits-, zeit- und bedarfsgerecht gesteuert
  • Klima: Heizung, Lüftung und Jalousien wirken zusammen und schaffen ein energieoptimiertes, angenehmes Klima
  • Beleuchtung: Individuelle Steuerung der Beleuchtung mit intelligentem, energieeffizientem Lichtmanagement
  • Energiemanagement: Automatische Nutzung von günstigen Stromtarifen für Geräte mit hohem Stromverbrauch
  • Zeitsteuerung: Zeitabhängige Steuerung von Beleuchtung, Heizung, Jalousien, Rollläden und Hausgeräten

Eine von KNX Deutschland 2008 in Auftrag gegebene Studie zeigt die Energieeinsparpotenziale der Raum- und Gebäudeautomation erstmals deutlich auf:

Energieeinsparpotential mit Haus- und Gebäudesystemtechnik
Quelle: Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI)

Energie-Monitoring

Der Einsatz eines automatischen Energie-Monitoring-Systems mit M-BUS-Technologie ermöglicht eine einfache und kostengünstige Erfassung der Verbrauchsdaten. Alle Energiekreisläufe im Gebäude werden dokumentiert und auswertet – der erste Schritt zur gezielten Energieeinsparung.

Smart Metering
Seit dem 1. Januar 2010 sind EU-Stromnetzbetreiber gesetzlich zum Einbau von Smart Metern in Neubauten und bei Totalrenovierungen verpflichtet: intelligente Stromzähler, die im Dialog mit dem Stromversorger stehen. Smart Meter zeigen Verbrauchern nicht nur ihren Stromverbrauch in Echtzeit auf, sondern erleichtern ihm durch die Auswertung seiner Daten auch konkrete Energiesparmaßnahmen. Smart Meter ermöglichen in Zukunft ein genaues Strom-Monitoring. 

Stromsparpaket mit umweltfreundlichen Energien
Was den Smart Meter noch spannender macht: Energieversorgungsunternehmen der EU müssen ab Ende Dezember 2010 einen variablen oder tageszeitabhängigen Stromtarif anbieten. Ähnlich wie beim Call-by-Call-Verfahren können Verbraucher sich über das breitere Tarifangebot in Zukunft ihr individuelles Tarifpaket schnüren. Der Verbraucher sieht also nicht nur jederzeit, wann er wie viel Strom verbraucht hat – er ist auch in der Lage, seinen Energieverbrauch auf Zeiträume zu verlagern, in denen Energie günstiger ist. Unternehmen eröffnet Smart Metering die Möglichkeit eines effektiven Stromspar-Controllings und gleichzeitig eine einfachere Einbindung erneuerbarer Energien in ihren Energiekreislauf.

Smart Metering
Smart Metering und die neuen Stromprodukte mit „lastvariablen und tageszeitabhängigen“ Tarifen eröffnen Unternehmen die Möglichkeit eines effektiven Stormspar-Controllings und eine einfachere Einbindung erneuerbarer Energien in ihren Energiekreislauf. Quelle: Intercon

Energiespar-Contracting
Energiespar-Contracting ist eine vertraglich vereinbarte Dienstleistung zwischen einem Gebäudeeigner und einem Energiesparpartner, dem Contractor. Der Contractor führt in dem Gebäude Investitionen und Maßnahmen zur Energieeinsparung durch. Seine Aufwendungen lässt er sich über die dadurch reduzierten Energiekosten des Gebäudes, vergüten. Ein wesentlicher Bestandteil des Energiespar-Contractings ist die Einspargarantie. Der Contractor setzt als Benchmark eine Mindesteinsparung bei Energieverbrauch und -kosten. Erreicht er diesen Wert nicht, muss er dem Kunden die Differenz zwischen der erzielten und der garantierten Energiekosteneinsparung erstatten.

Der Gebäudeeigner trägt also kein Risiko, muss nicht investieren und profitiert trotzdem von einem energieeffizienten Gebäude. Entsprechend kommt Energiespar-Contracting in Unternehmen mit jährlichen Energiekosten ab 80.000 Euro immer häufiger zum Einsatz.

„Green Building Monitor“ für die Lobby
News vom grünen Multimediamarkt: Über einen „Green Building Monitor“ können jetzt die Verbrauchs- und Energieperformancedaten eines Gebäudes in der Öffentlichkeit visualisiert werden. Der Screen ist ein spannendes Medium für Unternehmen, um ihr Umweltengagement sowie die Energieeffizienz-Fortschritte des Gebäudes unter Beweis zu stellen. Zudem werden Besucher und Mitarbeiter für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen sensibilisiert.