Lichtmanagement: Natur geht vor
Planer setzen auf Beleuchtung mit möglichst wenig Kunstlicht
Unter Lichtmanagement versteht man die Regelung und Steuerung künstlicher Beleuchtung in Kombination mit der gezielten Nutzung von Tageslicht und automatisierten Jalousien. Künstliche Beleuchtung wird nur zugeschaltet oder stufenlos zugeregelt, wenn das Tageslicht nicht ausreicht. Ein effizientes Lichtmanagement fängt also schon bei der Grundriss- und Fensterplanung an. Je mehr natürliches Licht, desto besser für Mensch und Umwelt.
Inhaltsübersicht
Weniger Kunstlicht durch Tageslichtlenkung
Der Stromaufwand für Kunstlicht hängt sehr stark ab vom Grad der Tageslichtautonomie eines Gebäudes. Diese gibt Auskunft darüber, wie viel Prozent der täglichen Arbeitszeit Räume durch das vorhandene Tageslicht ausreichend beleuchtet werden. Tageslicht kann optimal genutzt werden durch
- eine durchdachte Zonierung der Räume, die eine Verschattung durch Nachbargebäude vermeidet
- eine korrekte und effiziente Platzierung von Glasflächen
- ein automatisiertes Sonnenschutzsystem, das sich dem jeweiligen Lichteinfall anpasst und diffuses Tageslicht ins Innere einströmen lässt
Als Bewertungskriterium für die Tageslichtversorgung von Räumen wird der Tageslichtquotient D herangezogen. Für Räume mit Seitenlicht sollte z.B. laut der internationalen DIN-Norm 5034 ein Tageslichtquotient von 0,95% in halber Raumtiefe erreicht werden. In Räumen mit Oberlichtern sollte er zwischen 4,00% und 10,00% liegen.
Ein „Nicht-Nutzen“ von Tageslicht kann einen um 30% höheren Energieaufwand durch künstliche Beleuchtung erforderlich machen. Noch mehr wirtschaftlichen Nutzen als die Energieeffizienz einer guten Tagesautonomie bringt jedoch die nachgewiesene Wirkung von Tages- und Sonnenlicht auf Motivation und Leistungsfähigkeit von Menschen (visueller Komfort).
CO2 reduzieren mit Beleuchtungstechnik
Die Bedeutung von energieeffizienter Beleuchtung für den Umweltschutz ist enorm: Der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. hat errechnet, dass durch den kompletten Wechsel zu energieeffizienter Beleuchtung in Industrie und Privathaushalten allein in Deutschland bis zu 13 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden könnten. Durch eine Optimierung der vorhandenen Beleuchtungsanlage kann in einigen Büro- und Verwaltungsgebäuden eine Energieeinsparung von bis zu 50% erreicht werden.
Hohe Einsparpotenziale eröffnen
- langlebige Energiesparlampen mit hoher Lichtausbeute
- Leuchten mit hohen Wirkungsgraden und einem Direkt-Indirekt-Beleuchtungskonzept
- sparsame Betriebsgeräte wie elektronische Vorschaltgeräte (EVG)
- ein Energiemanagement mit bedarfsgerechter Steuerung und Dosierung von Tages- und künstlichem Licht
- eine Präsenzkontrolle, die das Licht abschaltet, wenn sich niemand im Raum aufhält
- das Herunterdimmen der Beleuchtungsanlage auf den Wartungswert
Die größtmöglichen Energieeinsparungen erreicht man über die optimale Kombination verschiedener Lampentypen mit den jeweils passenden unterstützenden Steuerungs- und Vorschaltgeräten sowie über eine optimierte Nutzung der Beleuchtungsanlage im täglichen Gebrauch (Energiemanagement).










