Heizen im postfossilen Zeitalter

Die Zukunft gehört der Wärmetechnik zur Nutzung regenerativer Energien

In Zeiten knapp werdender fossiler Ressourcen und steigender Rohstoffkosten ist eines der wichtigsten Ziele des Klima-Engineering, Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien verfügbar zu machen. Solarthermie, Geothermie, das Heizen mit Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung nutzen neue Technologien, die gut für die Umwelt sind. Die Nachfrage ist international steigend.

Die Wärme- und Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien ist weltweit ein Wachstumsmarkt. Die Klimaerwärmung spricht eine Sprache, die alle Länder verstehen. So haben sich etwa im Januar 2009 mehr als 100 Staaten zu der Initiative IRENA („International Renewable Energy Agency“) zusammengeschlossen, um die Fortschritte auf dem Sektor der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Sie soll den erneuerbaren Energiequellen global zum Durchbruch verhelfen. Ca. 100 Fachleute werden zunächst die Wissensbasis dafür schaffen, dass der Übergang von einer auf Öl, Gas und Kohle basierenden Energiewirtschaft zu einer klimaverträglichen, langfristig gesicherten Versorgung beschleunigt wird.

Öko-Heizungen sind weltweit gefragt
Der Weiterentwicklung und Verbreitung ressourcenschonender Heiztechnik gilt das besondere Interesse der internationalen Umweltinitiativen. Aktuell sind hier weltweit unterschiedliche Nutzungsschwerpunkte zu beobachten: Während z.B. in Skandinavien verstärkt Erdwärme genutzt wird und in Schweden schon 95% der Bevölkerung mit Geothermie über Wärmepumpen heizt, sind Deutschland und Frankreich wichtige Absatzmärkte für Solarthermie. Auch in Island macht Geothermie 53% der Gesamtenergieversorgung aus, und in Spanien steht ein Gesetz vor der Verabschiedung, nach dem bei Neubauten bis zu 60% der Energie für Warmwasser aus Solarkollektoren kommen soll. Der weltweit bedeutendste Absatzmarkt für Solarthermie ist China, zumindest bemessen an der Fläche an Kollektoren: Drei Viertel aller weltweit hergestellten Solar-Kollektoren sind dort verbaut.

Deutschland ist Vorreiter
Gerade in Deutschland ist die Öko-Heizung im Kommen. Seit Anfang 2009 schreibt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz vor, dass Neubauten einen Teil ihres Wärmebedarfs aus regenerativen Quellen decken müssen. Spätestens 2020 soll so 14% der Wärme in Deutschland mit erneuerbaren Energien erzeugt werden. Schon jetzt werden in fast 30% aller Neubauten solarthermische Anlagen eingeplant.

Erneuerbare Wärme-Technik im Neubau
Quelle: TNS Emnid-Umfrage. Befragt wurden 500 Architektur- oder Ingenieurbüros, Bauunternehmen sowie gewerbliche Bauträger im Dezember 2009 (Agentur für Erneuerbare Energien)