Schöner Arbeiten in Bio-Qualität

Öko-Baustoffe ermöglichen Büros mit Wohlfühlfaktor

Der ökologische Gebäudebau ist aus seiner Nische herausgetreten. Er steht heute gleichermaßen für Nachhaltigkeit und ästhetischen Anspruch – Design trifft Ökologie. So ist Holz z.B. nicht nur ein günstiger natürlicher Baustoff mit guter Wärmedämmung und natürlichen klimatisierenden Eigenschaften. Es sorgt in Büroräumen auch für eine Wohlfühlatmosphäre mit besonderem Stil. 

Öko-Baustoffe in Deutschland

Ökologische Baustoffe kann man beim Hausbau in Form von mineralischen Baustoffen, Holzbaustoffen, natürlichen Dämmstoffen, natürlichen Farben und Lacken und für natürliche Bodenbeläge verwenden. Das Ausgangsmaterial für mineralische Baustoffe wie Ton, Lehm, Kies und sonstige Gesteinsarten ist in Deutschland eigentlich überall zu finden und erfordert von daher keinen aufwändigen Transport.

Mineralische Baustoffe
Ziegelsteine werden in der Regel aus Ton und Lehm hergestellt und beim Bau als Außenwand- und Innenwandziegel verwendet. Man unterscheidet sie auch als Hintermauerziegel und Vormauerziegel.

Kalksandsteinziegel sind sehr beliebt, weil sie relativ kostengünstig und hoch belastbar sind. Im Büro- und Gewerbebau werden sie gerne als Trennwand eingesetzt. Kalksandstein ist einerseits ein guter Wärmespeicher und Schalldämmer, hat dafür aber keine gute Wärmedämmung aufzuweisen. Bei der Verwendung als Außenwand wird dieser Baustoff daher gewöhnlich mit einer Wärmedämmverschalung kombiniert.

Lehmbaustoffe werden generell nur für den Innenausbau verwendet. Als Lehmsteine oder Lehmputze zeichnen sie sich aus durch eine sehr gute feuchtigkeitsregulierende und wärmespeichernde Wirkung, die für eine Wohlfühlatmosphäre sorgt. Ihre wärmedämmenden Kapazitäten sind allerdings begrenzt.

Baumaterial aus Holz
Holz mit seiner exzellenten CO2-Bilanz ist einer der umweltfreundlichsten Baustoffe überhaupt, zumal es zumindest in Deutschland meist aus nachhaltiger Forstbewirtschaftung stammt. Für den Bereich der Dachkonstruktion ist Holz unersetzlich. Allerdings ist der Energieaufwand zur Herstellung bestimmter Baumaterialien aus Holz wie etwa die Bearbeitung und Druckimprägnierung von Schichthölzern recht hoch.

Natürliche Dämmstoffe
Empfehlenswert für ökologisches Bauen sind Dämmstoffe aus Flachs, Hanf, Schilf, Schafwolle und Strohballen. Der in Deutschland führende organische Dämmstoff ist die Zellulose. Zellulosedämmstoffe werden in der Regel aus Altpapier hergestellt, das gemahlen und mit Borsäure und -salzen als Brandhemmer, Insekten- und Pilzschutz vermischt wird.

Die beim Bauen gängigsten Dämmstoffe Glas- und Steinwolle sind aus ökologischer Sicht  nicht unbedenklich und sehr sorgfältig zu verarbeiten. Sie bergen z.T. gesundheitliche Risiken und können in ungebundener Form nur aufwendig recycelt werden. Auch Schaumglas sollte auf Grund des bei der Herstellung sehr hohen Verbrauchs an fossiler Energie nur in feuchtigkeitsbedrohten oder druckbeanspruchten Einbausituationen zum Einsatz kommen, in denen seine besonderen Vorzüge erforderlich sind.

Dämmstoffe
Quelle: Bauer/Mösle/Schwarz: Green Building. Konzepte für nachhaltige Architektur

Farben und Lacke
Weitere ökologische Baustoffe sind auf pflanzlicher Basis hergestellte Farben und Lacke, die bedenkenlos für den Innenanstrich einsetzbar sind. Allerdings sollte man darauf achten, dass bei der Herstellung keine Lösungsmittel verwendet wurden. Bestandteile wie Isoparaffine, Acryl, Epoxyl oder Polyurethan sollten nicht auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen.

Fußbodenbeläge
Auch bei der Wahl des Fußbodenbelages sollte Wert auf eine umweltfreundliche und gesunde Lösung gelegt werden. Linoleum ist ein reines Naturprodukt aus Leinöl, Kork, Pigmenten, Naturharzen und mineralischen Füllstoffen – nicht zu verwechseln mit PVC. Empfehlenswert sind auch Holzböden mit einer klassischen Oberflächenbehandlung, die mit Naturharzöl imprägniert sind. Bei der Wahl der Holzart sollte in jedem Fall auf  nichtzertifizierte Tropenhölzer verzichtet werden. Obendrein sollten die Hölzer natürlich frei von Insektiziden, Pestiziden und jeglichen Holzschutzmitteln sein.

Wie erkennt man umweltfreundliche Baustoffe?

Die ökologische Auswahl von Baustoffen erfolgt international nach dem sogenannten Ökoindex 3 (OI3), der die umweltschädlichen Stoff- und Energieflüsse eines Baustoffs von der Herstellung über den Transport bis zum Abbau erfasst. Er unterstützt vor allem den Planungsprozess und hilft, die richtigen ökonomischen und ökologischen Entscheidungen zu treffen.

Die für die Berechnung des Ökoindex 3 relevanten Kriterien sind:

  • Primärenergieinhalt nicht erneuerbar (PEI n. e.)

    Der Primärenergieinhalt beschreibt den zur Herstellung des Produktes notwendigen Energieverbrauch in Megajoule [MJ]. In diesem Falle bezieht sich der Kennwert auf die nicht erneuerbare Primärenergie.
  • Globale Erwärmung (GWP)

    Dieses „Treibhauspotenzial“ beschreibt den Beitrag einer Substanz zum Treibhauseffekt relativ zur Schädlichkeit einer gleichen Menge Kohlendioxid.
  • Versauerung (AP)

    Versauerung entsteht durch die Umwandlung von Luftschadstoffen in Säuren. Dabei wird der Schadstoff in Niederschlag gebunden, kann dort reagieren und senkt so den ph-Wert. Das Versauerungspotenzial bezeichnet also die Säurewirksamkeit eines Baustoffs. Sie wird im Vergleich zum Säurebildungspotential von Schwefeldioxid berechnet.

Am einfachsten und effektivsten ist das Erreichen eines möglichst niedrigen Ökoindex 3 in der frühen Entwurfs- und Planungsphase. Durch eine integrierte Bauplanung, angefangen bei der Gebäudeform, können große Schadstoffmengen vermieden werden. Die Nachhaltigkeit von Materialien und Gebäudequalität wirkt sich auch positiv auf die Gesamtkosten aus.