Arbeiten mit Lizenz zum Wohlfühlen

Beim Entwurf ist der umfassende Nutzerkomfort schon eingeplant

Aspekte der physiologischen Behaglichkeit spielen eine wesentliche Rolle für Leistung. Das nachhaltige Bürogebäude zeichnet sich durch eine optisch, akustisch und thermisch hervorragende Aufenthaltsqualität  aus. Die einzelnen Komponenten werden schon in der Planungsphase sorgfältig aufeinander abgestimmt. So sichern die Räumlichkeiten des „grünen“ Büros ein angenehmes, kommunikatives Arbeiten in freundlichem Ambiente.

Visueller Komfort – mehr Licht und Transparenz

Gerade im Zeitalter der Bildschirmarbeitsplätze ist ein guter visueller Komfort die Grundvoraussetzung für gute Leistung. Mit Kunstlicht lässt sich relativ einfach eine blendfreie Beleuchtung herstellen. Die Kunst aber liegt in der Schaffung eines Lichtklimas, in dem Menschen sich langfristig wohlfühlen. Und das lebt wesentlich vom Tageslicht.

Viel natürliches Licht und Transparenz
Es gibt keine Alternative zu Sonne und natürlichem Licht: Ein hoher Belichtungsanteil in Büroräumen sollte aus natürlicher Quelle kommen. Der Grund liegt in der menschlichen Physiognomie. Eine ausreichende Transparenz der Architektur sowie die dynamische Nutzung des Tageslichts und das damit einhergehende Zeitgefühl sind essentiell für das Wohlbefinden. 

Für eine optimale Tageslichtqualität ist es also wichtig, dass sich die Helligkeit im Raum mit der Außenhelligkeit verändert, so dass der Tages- und Nachtrhythmus zu spüren ist. Die Nutzer müssen bei ausreichendem Sonnen- und Blendschutz einen Außenbezug herstellen können. Um sich nicht eingesperrt zu fühlen, brauchen Menschen den Blick nach „draußen“.

Maximales Sonnenlicht ohne Blendung
Für gleichmäßige Ausleuchtung bis in die Tiefe des Raums mit Tageslicht sind die Sturzhöhe sowie die Reflexionsgrade der verwendeten Innenraummaterialien ausschlaggebend. Die Maße für eine ideale Tageslichtversorgung von Räumen in Gebäuden sind der Tageslichtquotient und die Tageslichtautonomie

Die richtige Konzeption der Fassade unter Aspekten der maximalen Ausnutzung des vorhandenen natürlichen Tageslichts bei gleichzeitigem Sonnen- und Blendschutz ist eine der schwierigsten Herausforderungen der Gebäudeplanung. Zu hohe Leuchtdichten im Fensterbereich durch Tageslichteinfall führen z.B. zu Überblendung – hier muss ein Blendschutz eingeplant werden, wie er in modernen Sonnenschutzsystemen oftmals enthalten ist. Sie reduzieren die Leuchtdichten und garantieren ergonomisch optimal ausgeleuchtete Arbeitsplätze.

Kunstlicht – die richtige Dosierung
Viel einfacher als mit natürlichem Licht ist ein optimales Lichtszenario mit elektrischen Leuchten zu kreieren. Fünf Faktoren zählen bei der Bewertung des visuellen Komforts bei Kunstlicht:

  • die Höhe des Beleuchtungsstärkeniveaus
  • eine gleichmäßige Verteilung der Beleuchtungsstärke im Raum
  • Blendfreiheit im Hinblick auf Direkt- und Reflexblendung
  • die Stimmigkeit von Lichtrichtung und Schattigkeit
  • eine optimale Farbwiedergabe und Lichtfarbe

Die Vorteile der indirekten Beleuchtung liegen in ihrer hohen Gleichmäßigkeit und einem geringen Potenzial an Blendeffekten. Direkte Beleuchtung dagegen ist energieeffizienter, stärkt Kontraste und lässt sich bedarfsgerecht regulieren. Ein Optimum an Wirtschaftlichkeit und visuellem Komfort lässt sich meist durch eine Kombination der beiden Beleuchtungsarten erreichen.

Klimatischer Komfort – mehr Luft zum Denken und Durchatmen

Die Luftqualität bestimmt die Produktivität und Motivation ganz wesentlich. Nutzer, die unter Augen-, Atemwegsreizungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Müdigkeit leiden, geben oft „schlechte Luft“ als Ursache an.

Um die Schadstoffbelastung im Raum zu reduzieren und genügend Sauerstoff zur Verfügung zu stellen, muss genügend frische Außenluft zugeführt werden. Die kann durch natürliche Lüftung über Fensteröffnen erfolgen oder maschinell mit Lüftungsanlagen.

Der erforderliche Luftwechsel ist abhängig von

Kontrollierte Lüftung hat im Vergleich zu maschinellen Klimaanlagen den Vorteil, dass sie geräuschlos sind, keine Zugluft verursachen und zudem ein als angenehmer empfundenes Raumklima schaffen. 

Klimatischer Komfort durch kontrollierte Lüftung

Für die Fensterlüftung sprechen schon allein psychologische Gründe: Menschen fühlen sich hinter völlig geschlossenen Fassaden von der Außenwelt abgeschnitten. Ein Außenbezug muss nicht nur durch Transparenz, sondern auch durch das Öffnen eines Fensters möglich sein.

Nutzerautonomie
Menschen sind Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Eine individuelle Einstellmöglichkeit von Beleuchtung und Klimatisierung ist für den persönlichen Komfort und auch für eine Senkung des Primärenergiebedarfs wichtig. Die Herausforderung ist eine Mischung zwischen Eingriffsmöglichkeit des Nutzers und automatischer Steuerung, damit Menschen sich wohlfühlen und andererseits die Kontrolle über die Energieeffizienz gewahrt bleibt.

Akustischer Komfort – ungestört arbeiten auch im Großraumbüro

Ein guter Schallschutz ist das Nonplusultra gerade bei modernen Arbeitsplätzen, die in offene Bürostrukturen mit hoher Transparenz integriert sind. Immer noch wird die Bedeutung des Lärms, der allein durch Sprache erzeugt wird, unterschätzt. Doch der damit verbundene Geräuschpegel beeinflusst die individuelle Konzentrationsfähigkeit und somit die Leistung jedes Mitarbeiters. 

Die gängigen Schallschutzmaßnahmen reichen in modernen Büros oft nicht aus für einen guten akustischen Komfort. Denn viele Investoren zielen heute auf eine Reduzierung der Arbeitsfläche pro Mitarbeiter in offenen Team- und Gruppenstrukturen ab. Eine Vorgabe, die sich aufgrund der dadurch unausweichlich wachsenden Lärmbelästigung kontraproduktiv auf die erwartete Arbeitsleistung auswirkt: Gerade im Großraumbüro kann die Kommunikation und Sprachverständlichkeit erheblich gestört sein. 

Modulare akustische Lösungen
Innenarchitekten, Planer und Büroausstatter kreieren mittlerweile ausgereifte Lösungen, die sowohl den Anspruch an Flächenwirtschaftlichkeit als auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer befriedigen. Schallschirme aus Glas und Stellwandabsorber strukturieren den Raum, ohne den Sichtkontakt zu behindern, breitbandig wirksame, kompakte Akustik-Module und -möbel gestalten offene Bürolandschaften optisch wie akustisch. Bereits vorhandene Schränke und Sideboards können mit Absorbern nachgerüstet werden, die aus Metallverkleidungen bestehen und sich problemlos in die bestehende Büro-Optik einfügen. So können reduzierte Flächen als Mehrpersonen-Büros gestaltet und der Störpegel zugleich auf das Niveau eines Einzelbüros gedämmt werden. Trotz der Vielfalt der heute einsetzbaren Akustikmaßnahmen ist bei Arbeitsplätzen, die eine hohe Konzentration erfordern, jedoch eine kleinteilige Raumaufteilung zu empfehlen.